Unser monatlicher Rückblick: Heiße Ankündigungen, Community-Diskussionen und das ewige Drama rund um Pre-Orders, Preiserhöhungen und Platzmangel.
Der März 2026 hatte es in sich. Wer glaubte, nach dem Toy Fair-Feuerwerk im Februar erst einmal verschnaufen zu können, wurde eines Besseren belehrt. Kaum hatte die Sammlerschaft die Pre-Order-Benachrichtigungen vom letzten Monat sortiert, prasselte schon die nächste Welle an Ankündigungen herein.
Ob Hot Toys, Iron Studios, Hasbro, McFarlane, NECA oder Sideshow – alle hatten im März etwas zu sagen. Und die Community? Die hatte sehr viel zu sagen. Buckle up. Hier ist euer monatlicher Reality-Check.
Das wohl meistdiskutierte Stück des Monats kam von Hot Toys: Neo aus The Matrix Reloaded (MMS868). Endlich. ENDLICH. Wer die Foren kennt, weiß, dass Sammler seit gefühlt einem Jahrzehnt auf genau diese Version gewartet haben. Die Figur basiert auf dem Look aus dem Château-Kampf – der ikonischsten Kampfszene der Matrix-Trilogie – und kommt mit rollbaren Augen, abnehmbarer Sonnenbrille, elf Wechselhänden, einem beleuchteten Diorama-Sockel in Form einer beschädigten Treppe und dem legendären schwarzen Mantel mit eingebetteten Biegedrähten. Preis noch nicht bestätigt, Lieferung bis September 2027.
Der beleuchtete Treppensockel ist das eigentliche Alleinstellungsmerkmal – Hot Toys bietet bei Einzelfiguren selten so viel Diorama-Charakter in einem Paket. Wer bereits Matrix-Figuren im Regal hat, kommt kaum vorbei. Wer neu einsteigt: erst abwarten, ob Trinity und Morpheus folgen, bevor das Budget für ein halbes Diorama eingefroren wird.
„Once again, nice figure, wrong movie. It’ll be 20 years next year that I’m waiting for a damn Reloaded Neo.“ – Kommentar aus dem CollectorFreaks-Forum aus der Zeit vor der Ankündigung. Nun ja. Karma kommt, auch wenn sie manchmal Jahre braucht.
Ebenfalls heiß diskutiert im März: der Silver Surfer als neue 1/6-Scale-Figur. 31 cm groß, 25 Gelenkpunkte, die chromen Elemente vollständig metallisch ausgearbeitet. Das Ding hat am 15. März das meistgelesene Collectibles-Feature auf Bleeding Cool belegt und Marvel-Sammler in einen Zustand kollektiver Überreizung versetzt.
Das Timing ist kein Zufall: Mit einem Fantastic Four-Film in der MCU-Pipeline ist dieser Silver Surfer der wahrscheinliche Auftakt einer größeren Set-Planung. Wer Marvel 1/6 sammelt, sollte jetzt Pre-Ordern – Wartelisten füllen sich bei Cosmic-Charakteren erfahrungsgemäß schnell. Wer hingegen kein laufendes MCU-Set aufbaut, kann entspannt abwarten.
Hasbro hat im März das vollständige Star Wars: The Black Series Maul – Shadow Lord-Wave enthüllt: Maul, Devon Izara, Rook Kast und der Elfte Bruder. Pre-Order-Start war am 5. März auf HasbroPulse, je ca. 28–30 Euro. Für TVC-Sammler gab es zusätzlich Eleventh Brother und Marrok in 3,75 Zoll.
Die Community-Reaktion war dreigeteilt: Enthusiasten freuen sich über Maul in Black-Series-Qualität. Skeptiker fragen, warum Figuren für eine Serie promotet werden, die noch gar nicht läuft. Chronisch-Verärgerte beklagen Rook Kast als Downgrade gegenüber älteren Versionen.
Maul selbst ist ein klares Kaufargument – das Cartoon-Design aus der Clone-Wars-Ära sitzt präzise. Für Clone-Wars-Sammler mit bestehendem Black-Series-Regal ist das ein Pflichtankauf. Devon Izara und Rook Kast hingegen: erst die Serie abwarten, dann entscheiden – Charaktere ohne emotionalen Kontext verschimmeln im Regal.
Der Walmart Collector Con war mal wieder ein einziges Chaos. Der Obi-Wan Kenobi & Airborne Clone Trooper 2-Pack für 32,80 Dollar verschwand in Minuten und tauchte Stunden später bei Drittanbietern für das Doppelte auf. Deutsche Sammler schauten gewohnheitsmäßig in die Röhre.
Das System ist strukturell kaputt: Exclusiv-Events, die internationale Sammler systematisch ausschließen, produzieren Frustration und Aftermarket-Spekulation. Wer in Deutschland bestellt, fährt langfristig besser über HasbroPulse direkt. Einloggen, Zahlungsart hinterlegen, drei Minuten vor Start bereit sein – die einzig verlässliche Strategie.
Auf der Marvel-Seite: Das Marvel Legends Black Widow & Quicksilver 2-Pack ging am 17. März live – 90er-Designs aus The Crossing, für Avengers-Sammler interessant. Und: Doctor Doom als Sorcerer Supreme sorgte für Aufsehen. Die Community-Diagnose: Das riecht nach Secret Wars-Vorbereitung.
Doom als Sorcerer Supreme ist ein ungewöhnlich spezifisches Concept, das eng mit der Secret Wars-Storyline verknüpft ist. Wer eine Secret Wars-Legends-Reihe aufbaut, greift jetzt zu. Wer nur den klassischen Doom will: Die Comic-Varianten sind preiswerter und zeitloser.
McFarlane hat Ende März ohne große Vorwarnung die erste Figurenwelle zum Supergirl Movie von DC Studios enthüllt. Innerhalb weniger Tage: Supergirl (26,99 $), Supergirl & Baby Krypto Deluxe, Lobo Deluxe Theatrical Edition, Krem of the Yellow Hills – und das Sahnehäubchen: Lobo’s Spacehog Vehicle für 49,99 Dollar. Ein 33 cm großes Raumschiff, kompatibel mit fast allen DC Multiverse 7″-Figuren.
Der Spacehog ist der eigentliche Wert-Treffer: 33 cm Fahrzeug, universell kompatibel, unter 50 Dollar – das ist im aktuellen Markt ungewöhnlich fair. Wer den Spacehog will, braucht nicht zwingend Lobo dazu. Supergirl und Krem hingegen: erst die Filmreaktion abwarten – Film-Charaktere ohne Kontext verlieren nach dem Release schnell an Sekundärmarktwert.
Bereits Mitte März ließ McFarlane eine Batman-Welle mit fünf neuen DC Multiverse-Figuren fallen – enthüllt im McFarlane Show-Stream vom 13. März. Das Klatsch-Highlight: Todd McFarlane selbst verriet beiläufig Details zu Spawn-Neuheiten und Savage Dragon-Figuren – woraufhin die TMNT Page Punchers-Fans kurz ausrasteten.
McFarlane veröffentlicht im Schnelltakt – was kurzfristig begeistert, erzeugt mittelfristig Sammler-Erschöpfung. Wer mehrere McFarlane-Lines gleichzeitig verfolgt, sollte sich auf zwei oder drei Kernthemen festlegen. Die Angst, etwas zu verpassen, ist das eigentliche Geschäftsmodell hinter dieser Release-Frequenz.
Iron Studios hat im März auf mehreren Fronten gleichzeitig geschossen. Die Darth Vader Samurai 1/10 Art Scale Statue (259,99 $) ist eine „What if?“-Interpretation – Vader im Samurai-Helm mit Schienenrüstung, Release Dezember 2026. Kein kanonisches Design, aber eines, das auf der langen Verbindung zwischen Star Wars und Samurai-Ästhetik basiert.
Wer kanonische Treue priorisiert, wird hier nicht glücklich. Wer Statuen als Kunstobjekte betrachtet, bekommt für 260 Dollar eine der originellsten Vader-Interpretationen auf dem Markt. Die Samurai-Verbindung ist historisch fundiert – George Lucas orientierte sich nachweislich an Akira Kurosawas Filmen.
Das Predator: Badlands Dek & Thia Diorama (249,99 $, Lieferung Q3 2026) vereint beide Protagonisten aus dem neuen Predator-Film: Zwei Wechselköpfe für Dek, detaillierte Rüstungsstruktur, atmosphärischer Basisboden. Zusätzlich: Spider-Man & Mary Jane Diorama 1/6 sowie Spider-Man Black Costume 1/10 BDS – zwei Marvel-Ankündigungen in einer Woche.
Für knapp 250 Dollar zwei Charaktere in einem Diorama zu bekommen ist fair. Wichtig: Q3 2026 bei Iron Studios bedeutet erfahrungsgemäß eher Anfang 2027. Pre-Ordern, dann vergessen und sich freuen, wenn die Shipping-Mail kommt. Bei Spider-Man gilt: Wer die Villain-Diorama-Serie begonnen hat, kennt die Antwort bereits.
NECA war im März im Endspurt-Modus: Predator: Badlands war DAS Thema. Pre-Orders für das Thia & Bud 2-Pack wurden am 18. März eröffnet. Der Ultimate Dek (39,99 $) folgt in Q2 2026.
39,99 $ für einen Ultimate mit Full-Accessory-Pack ist im aktuellen Markt ein echter Ausreißer nach unten. Das Thia & Bud 2-Pack ist das bessere Deal pro Figur: zwei Charaktere, eine Box, ein Preis. Hier Pre-Ordern, solange die Erstauflage verfügbar ist – NECA-Badlands-Figuren werden auf dem Aftermarket teuer werden.
Für Horror-Fans: Jason Takes Manhattan – Jason Voorhees Ultimate 7″ offiziell bestätigt und direkt zum Freitag dem 13. März für Pre-Order geöffnet. Für TMNT-Liebhaber: Tiger Claw aus der 2012er Serie kommt mit zwei Köpfen und vollem Waffen-Sortiment – echter Fan-Service für Komplettisten.
Jason Takes Manhattan ist für Horror-Sammler Nostalgie pur – NECA macht selbst aus fragwürdigen IPs überzeugende Figuren. Das ist das NECA-Paradoxon. Tiger Claw hingegen ist echter Fan-Service für 2012-Cartoon-Komplettisten – wer die Serie sammelt, kennt schon die Antwort auf die Kaufentscheidung.
Direkt über den NECA Online Store (store.necaonline.com) oder BigBadToyStore bestellen – beide versenden international. Der Aufschlag gegenüber deutschen Amazon-Drittanbietern beträgt oft 50–70 %. Etwas Geduld beim Versand spart echtes Geld.
Mitte März startete Sideshow sein Birthday Bash 2026 (16.–20. März) mit Gewinnspielen, Livestreams und Neuankündigungen. Das Highlight: die Jubilee Premium Format™ Figure aus den X-Men geht live. Zeitgleich öffnet der Pre-Order für Galen Erso via Sideshow.
Jubilee ist für X-Men-Sammler ein echter Lücken-Schließer. Das Sideshow Flexi-Pay-System verteilt die Zahlung ohne Aufpreis – das Beste für teure Premium-Format-Pre-Orders. Für X-Men-Komplettisten: jetzt ist der richtige Zeitpunkt.
Die zweite große Neuigkeit: Sideshow Collectibles kehrt 2026 zur San Diego Comic-Con zurück. 2023 hatte man den physischen Convention-Auftritt mit markanten Worten beerdigt – digitale Experiences, keine physischen Limits. Jetzt ist man wieder dabei, mit Marken wie Star Wars, Hot Toys, Marvel, DC und Universal Monsters.
Wer Collectibles im Premium-Segment verkauft, braucht den direkten Kundenkontakt, den keine Website ersetzt. Den versprochenen digitalen Ersatz hat niemand vermisst. Für Sammler bedeutet es: SDCC-Exklusives werden wieder ein Thema. Jetzt schon Ticketstrategie und Resale-Budget überdenken.
Kein Monatsrückblick ohne den ewig nörgelnden, leider berechtigten Unterton: Alles wird teurer. Hot Toys kratzen regelmäßig an der 300–500 Euro-Marke, Iron Studios-Dioramen kosten manchmal so viel wie ein Grafikkarten-Upgrade, und McFarlane hat gleich eine ganze Filmprogramm-Welle auf einmal geworfen. Die Community diskutiert das auf Reddit, CollectorFreaks und in Telegram-Gruppen unaufhörlich. Drei Lager haben sich herausgebildet:
Weniger Figuren, dafür gezielter und hochwertiger kaufen. Das Regal wird kuratiert, nicht vollgestellt.
Hört nie auf. Aber der Gedanke ist therapeutisch. Jeder kennt jemanden in diesem Lager – oder ist selbst drin.
Was wirklich hilft: Pre-Order-Listen kritisch durchsehen, Prioritäten setzen und sich fragen – will ich die Figur weil ich den Charakter liebe, oder weil FOMO mich treibt? Meistens ist es eine Mischung. Das ist menschlich. Genau deshalb sind wir hier.
Wer einen leeren Regalfuß, ein gefülltes Portemonnaie und eine gut sortierte Pre-Order-Liste hatte, konnte im März 2026 aus dem Vollen schöpfen. Neo-Fans wurden nach Jahren erlöst, Star-Wars-Sammler haben Maul endlich in voller Shadow-Lord-Würde, Horror-Freunde dürfen sich auf Jason und Predator: Badlands freuen, und DC-Enthusiasten ertrinken freudig in Supergirl-Figuren.
Das große Bild: Die Branche boomt, die Ankündigungen purzeln, und die Hersteller haben verstanden, dass Collector-Community und IP-Tie-ins zusammengehören. Manchmal hektisch, manchmal zu viel auf einmal – aber langweilig wird’s nicht.
Bis nächsten Monat: Möge euer Regal groß und euer Bankkonto resilient sein. 🎯

















